Fluglager 2019

Und wieder einen Herzlichen Glückwunsch!
Unser Flugschüler Fred hat heute seine ersten drei Alleinflüge erfolgreich absolviert. Dies ist wieder ein großer Schritt in der Ausbildung zum Segelfugpiloten und ein garantiert unvergesslicher Moment.

Pizza – Pizza – Pizza! Auch dieses Jahr wieder!

Neun Stunden-Flug

Neun-Stunden-Flug über insgesamt 806 Kilometer

Jürgen Denk gelang mit Segelflugzeug von Altfeld aus ein persönlicher Streckenrekord

Aufwind für Altfelder Segelflieger: Jürgen Denk gelang ein persönlicher Streckenrekord.

Er sah den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und die Wasserkuppe von oben.

Sah den Schwarzwald, die Alb und die Wasserkuppe an einem Tag aus der Vogelperspektive.

Segelflieger Jürgen Denk. Foto: Günter Reinwarth

Aufwind für die Altfelder Segelflieger: Jürgen Denk gelang ein persönlicher Streckenrekord mit einem 806-Kilometer-Dreieck. Der 61-Jährige sah den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und dieWasserkuppe aus der Vogelperspektive.

Vereinsvorsitzender Denk, ein alter „Cockpit-Hase“ unter den motorlosen Luftkutschern – als 17-Jähriger stieg er im unterfränkischen Ebern erstmals hinter den Steuerknüppel – war mit dem neuesten Vereinsflugzeug unterwegs.

Hier sein Flugbericht: „Nachdem ich mit der Schleppmaschine in Altfeld 800 Meter über Grund erreicht hatte, erwischte ich sofort nutzbare Aufwinde, die mich mit einer Steigrate von zwei bis drei Sekunden-Metern bis auf 1400 Meter trugen. Die vor mir liegende Wolkenoptik versprach eine aussichtsvolle Wetterlage.

So konnte ich den weißen Vogel mit einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometer sorgenlos in Richtung Kraichgau schweben lassen. Als ich den Neckar passiert hatte, bekam mein  Optimismus erst mal einen Dämpfer. Um Sinsheim herum war die Wolkenuntergrenze beängstigend tief abgesunken – und zwar so tief, dass ich mit gedrosselter Geschwindigkeit bei nur geringem Steigen vorsichtig weiter fliegen konnte.

Sollte ich meine 120 Liter Wasser, die ich zum schnelleren Fliegen in die Tragflächen mitgenommen hatte, jetzt schon ablassen? Erst mal nein lautete mein Entschluss, obwohl ich den Kraichgau wieder einmal als, Kriechgau‘ erlebt hatte. Die Steigwerte besserten sich zum Glück: Pforzheim, Freudenstadt, Triberg im Hochschwarzwald waren die nächsten Navigationspunkte bis zum Feldberg, der sich um 13.30 Uhr unter meine Tragflächen schob.

Etwa 300 Meter über dieser Erhebung drehte ich die Nase meiner „fliegenden Orchidee“, eine Maschine vom Typ ASW 28 mit 18 Metern Spannweite, in Richtung Nord-Ost um –soweit es halt möglich war. Ich erreichte die weiter im Osten gelegene Schwäbische Alb und konnte auf meinem weiteren Kurs die Sprungschanzen von Hinterzarten, Titisee-Neustadt sowie die Städte Donaueschingen und Tübingen unter meinen Tragflächen sehen.

An der Albkante bei Farrenberg ging es eine Zeitlang weder rauf noch runter. Zum Glück stach bald wieder die Sonne durch die dichter gewordene Wolkendecke, ich konnte mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometern Donauwörth erreichen und von hier aus auf Heimatkurs bis in die Vorrhön schweben.

Nachdem die Wolken über der Wasserkuppe nicht besonders brauchbar aussahen, steuerte ich kurzerhand die Ausläufer des Vogelsberges an. Weil mir der Luftraum um Frankfurt meine Flughöhe einschränkte, wendete ich kurzerhand hinter Bad Orb – mit neuem Kurs Richtung Altfeld, wohl wissend, dass mir der Spessart keine Möglichkeit zu einer Außenlandung bot. Nach einer Flugzeit von neun Stunden und zehn Minuten berührte der weiße Vogel sanft die Asphaltbahn im Vorspessart. Ich durfte in mein Flugbuch ein 806-Kilometer-Dreieck eintragen.“

 

Nicolas Hecker ist flügge geworden

Im­mer wenn Ni­co­las He­cker ein Flug­zeug am Him­mel sieht, über­kommt ihn die Sehn­sucht: Der Traum vom Flie­gen be­g­lei­tet den 15-jäh­ri­gen Gym­na­sias­ten aus Bisch­brunn an vie­len Ta­gen. Jetzt ist er sei­nem Wunsch, al­lein ein Se­gel­flug­zeug flie­gen zu dür­fen, näh­er ge­kom­men. Er hat mit Bra­vour sei­ne drei ers­ten Al­lein­flü­ge ge­meis­tert und die be­gehr­te A-Prü­fung ge­schafft.

Prüfer nahmen Flugzeuge unter die Lupe

 

Die Luft hat keine Balken, sagt der Volksmund. Wer sich also zum Beispiel mit einem Segelflugzeug zwischen Himmel und Erde bewegt und wieder sicher zur Mutter Erde zurückkehren möchte, muss wissen, dass sein Luftfahrzeug an allen Ecken und Enden so lufttüchtig und sicher wie nur möglich ist.

Alle zwölf Monate

Jahresnachprüfung heißt die alljährliche Untersuchung, die der Gesetzgeber alle zwölf Monate für Segelflugzeuge vorschreibt. Jetzt waren wieder zwei vom Luftfahrtbundesamt lizenzierte Prüfer beim Flugsportclub Altfeld zu Gast, um die dort stationierten Segelflugzeuge – vier davon befinden sich im Besitz des Flugsportclubs – einer „Hauptuntersuchung“ zu unterziehen.

Die beiden Prüfer Ralph Meyer (62) aus Giebelstadt und Christian Messerschmidt (40) aus Frankfurt kennen das „Innenleben“ der Segelflugzeuge quasi aus dem Effeff. Sie waren beziehungsweise sind in der „großen Luftfahrt“ mit ähnlichen Aufgaben betraut.

Meyer trug bei der Bundeswehr in führender Position für die Flugsicherheit großer Hubschrauber-Einheiten technische Verantwortung, sein Kollege Messerschmitt arbeitet als Fluggerätemechaniker für die deutsch-türkische Airline „SunExpress“ an den technischen Herzen von Boeing- und Airbus-Maschinen.

Mit tüftlerischer Akribie haben die beiden Männern bei den Altfelder Segelflugzeugen alle nur denkbaren Teile so genau unter die Lupe genommen, dass sich die Piloten auch in der nächsten Flugsaison wieder bedenkenlos an den Steuerknüppel setzen können – in der Gewissheit, dass sie in einem technisch einwandfreien Flugzeug sitzen. Ihnen ist es dann bei entsprechender thermischer Unterstützung möglich, dass es für sie auch hinter dem Horizont noch weiter geht.

Halten die Fallschirmgurte?

Meyer und Messerschmidt kontrollierten zum Bespiel auch die Stoff-Festigkeit der Fallschirmgurte, die eine Nutzungsdauer von zwölf Jahren haben. Wenn diese nur um einen einzigen Tag überschritten ist oder wenn brüchige Stellen gefunden werden, müssen neue Gurte her.

Kompromisse kennen die beiden Prüfer nicht, auch die kleinsten Risse, Dellen oder Strukturschäden sind für sie bei den „Aus-Flügen“ in die dritte Dimension nicht akzeptabel.

Himmlisches Geschenk zum 90. Geburtstag

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07.09.2016 Foto: Günter Reinwarth

War an seinem 90. Geburtstag zwischen Himmel und Erde unterwegs: Karl-Heinz Streiter (rechts) mit Pilot Jürgen Denk.

Im gottgesegneten Lebensalter noch einmal der Mutter Erde entschweben und im „weißen Kranich“ über den Vorspessart-Wäldern mit Bussarden kreisen – diesen Wunsch hat sich Karl-Heinz Streiter aus Aschaffenburg erfüllt. Der Flugsportclub Altfeld überraschte das langjährige Vereinsmitglied zum 90. Geburtstag mit diesem wahrhaft himmlischen Geschenk.

Vorsitzender Jürgen Denk, der die Fluglehrer-Lizenz für Segelflugzeuge besitzt, lud Streiter zu einem Rundflug im doppelsitzigen Segler vom Typ ASK 21 ein. Als er dem rüstigen Passagier, der noch im Seniorenalter selbst dem Segelfliegen frönte, bedeutete, dass er auf dem Vordersitz des Seglers Platz nehmen dürfe, habe er bei seinem „Mitflieger“ plötzlich „ein breites Grinsen zwischen beiden Ohrläppchen“ ausmachen können. Dass er nämlich an seinem Neunzigsten noch einmal dem Steuerknüppel ganz nah sein dürfe, das hatte der rüstige Senior nicht zu träumen gewagt. Zum Flugtermin war er mit seinem in Kanada lebenden Sohn Horst und seiner Schwiegertochter gekommen.

Bald nach dem Start fühlte sich Karl-Heinz Streiter im „siebten Fliegerhimmel“ angekommen. Er durfte nämlich selbst den Segler pilotieren. Rasch wurden Erinnerungen an seine eigene Aktiven-Zeit wach. „Kaum hatte er die ersten thermischen Auftriebshilfen unter den Tragflächen verspürt, war es um ihn geschehen“, schildert Jürgen Denk die Cockpit-Erlebnisse seines Fluggastes. Jeder noch so leichte „Lupfer“ wurde von Streiter so lange ausgekurbelt, bis die Sonne den Thermik-Ofen ausgehen ließ, beobachtete Denk weiter. Als sich der „Ausflug“ dem Ende näherte, erkundigte sich Streiter noch nach der Möglichkeit einer fliegerischen Zugabe. Der 90-Jährige wollte von Denk wissen, ob er in seinem Alter „Steilkreisen und Fahrtkurven“ noch vertrage. Das tat er – und zwar ohne Probleme. Sie waren das „i-Tüpfelchen“ seines Geburtstagsgeschenks.