Über den Altfelder Wolken

 

Arcus

Altfeld hob ab: Mit einem Flugzeug dieses Typs war Fluglehrer Horst Ostrowski mit seinem Schüler Nickolas Hecker zwischen Himmel und Erde unterwegs. Foto: Luftsportverband Bayern

Auf eine erfolgreiche Flugwoche kann der Flugsportclub Altfeld zurückblicken. Dank der klaren Kaltluft der abgezogenen Eisheiligen bliesen thermische Aufwinde den „weißen Kranichen“ kräftig unter die Flächen, so dass insgesamt 13 Piloten abheben konnten. Eine Besatzung konnte sogar Bodenseeluft im Norden des Schwäbischen Meeres schnuppern.

Mit dem „Arcus“ in die Lüfte

Dank der kräftigen meteorologischen Auftriebshilfe war es den „Luftkutschern“ möglich, relativ weit entfernte Regionen zwischen Thüringer Wald und Schwarzwald sowie zwischen dem Pfälzer Wald und dem Bayerischen Wald aus der Vogelperspektive zu erkunden. Weil sich am späten Nachmittag die Luftmassen allerdings zunehmend erwärmten, mussten die Piloten während ihres Heimfluges auch schlechtere Steigwerte in Kauf nehmen und unter ihr Können am Steuerknüppel beweisen.

Auch in diesem Jahr konnte der Flugsportclub Altfeld den modernen doppelsitzigen Segler vom Typ „Arcus“ des Bayerischen Luftsportverbandes chartern. Diese bei der Firma Schempp-Hirth in Kirchheim/Teck produzierte Hochleistungsmaschine war aufgrund ihres großen Gleitwinkels vor allem für unerfahrene Piloten geeignet, um ihre Fähigkeiten im längeren Streckenflug zu trainieren.

Der Altfelder Fluglehrer Horst Ostrowski war mit dem „Arcus“ und Flugschüler Nickolas Hecker unterwegs. Er legte zunächst eine Strecke vom Spessart bis in den Kraichgau und in den Schwarzwald. zurück. Auf dem Rückflug überflogen sie dann die Schwäbische Alb und die Region um Crailsheim.

Über Altfeld und Schwarzwald

Nach genau sieben Stunden und 37 Minuten und einer Flugstrecke von 530 Kilometern landeten sie sicher auf der 500 Meter langen Betonpiste in Altfeld. „Soweit die Flügel tragen“ hieß es auch bei dem Altfelder Clubvorsitzenden Jürgen Denk, der ebenfalls eine Fluglehrer-Lizenz besitzt und 630 Kilometer in der Luft zurücklegte. Sein südlichstes Ziel war Feldberg im Schwarzwald.

Fliegerisches Geschick haben auch die Piloten des vereinseigenen Schlepp-Flugzeuges vom Typ Porsche Remorquer bewiesen. Sie zeigten zwischen den Schleppflügen den Passagieren Marktheidenfeld und Umgebung aus „hoher Warte“. Die Teilnehmer des Fluglagers kamen aus Tauberbischofsheim, Worms, Alzey, Stuttgart und sogar aus Hamburg.

Unter dem Strich konnten die Flugleiter mehr als hundert Segelflugzeug-Starts, 250 Flugstunden und mehr als 8000 zurückgelegte Streckenkilometer in den Startlisten dokumentieren. Einige begeisterte Gastpiloten meldeten sich bei ihrem Abschied aus Altfeld bereits wieder für die „Flugwoche 2017“ im kommenden Jahr an.

 

Günther Reinwarth